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Canva Craft im Test: Poster ohne Tippfehler

Darius Z. Von Darius Z. 10 Min. Lesezeit
Zwei Canva-Craft-Bäckereiposter mit dem Schriftzug Sourdough Saturday, erstellt in Canva Dream Lab

Enthält Affiliate-Links

Canva Craft ist Canvas erstes selbst entwickeltes Bildmodell, vorgestellt am 22. Oktober 2026 und ab sofort in Dream Lab verfügbar, Canvas KI-Bildgenerator. Auch kostenlose Nutzer haben Zugriff. Ich habe es am 24. Oktober mit drei Prompts getestet. Auf vier Bäckerei-Postern war jedes Wort richtig geschrieben, aber Craft schreibt auch Texte dazu, die du nie bestellt hast.

Ich habe mit einem kostenlosen Canva-Konto ein Poster, ein Porträt und ein Produktfoto erzeugt. Das sind drei Prompts und zwölf Bilder, also eher ein erster Eindruck als ein Benchmark. Die Prompts habe ich auf Englisch getippt und zitiere sie hier unverändert.

Wichtige Erkenntnisse

  • Canva hat Craft am 22. Oktober 2026 vorgestellt, sein erstes von Grund auf selbst gebautes Bildmodell, und es läuft weltweit für alle Canva-Nutzer in Dream Lab
  • Bei meinem Bäckerei-Poster haben alle vier Ergebnisse jede Zeile richtig geschrieben, auch Oven & Ember, Sourdough Saturday und die Adresse
  • Craft erfindet Texte, die ich nicht bestellt hatte: ein Gärzeit-Siegel, Produktleisten und bei meinem Kessel-Foto Headlines wie SLOW MORNINGS genau dort, wo ich Platz freilassen wollte
  • Die Editorial-Porträts sahen aus wie echte Fotos, auch wenn eines von vier den Porträtausschnitt ignoriert und stattdessen einen weiten Raum gezeigt hat
  • Der Free-Plan bietet 20 KI-Nutzungen im Monat, ein Dream-Lab-Prompt verbraucht eine davon, bei Pro sind es 200

Wo Craft steckt und was es kostet

Craft steckt in Dream Lab, dem KI-Bildtool auf Canvas Startseite, und steht Entwicklern außerdem über Canvas öffentliche API offen. Bei mir war die Modellauswahl fest auf “Canva Craft-1 2K” gestellt, eine Alternative gab es nicht. Jeder Prompt liefert vier Bilder, bei mir dauerte das jeweils ein bis zwei Minuten.

Laut Canva geht Craft bis 2K Auflösung, unterstützt mehr als 30 Seitenverhältnisse, versteht Prompts in jeder Sprache und rendert Text in 55 Sprachen. In meiner Auswahl standen sechs Seitenverhältnisse (16:9, 9:16, 1:1, 4:3, 3:4 und 2:1), ich habe durchgehend 3:4 genommen. Die Downloads waren JPGs mit 1760 × 2336 Pixeln und 4,6 bis 6,3 MB pro Bild.

22. Okt. 2026
Vorgestellt
Bis zu 2K
Auflösung
20 KI-Nutzungen im Monat
Free-Plan
4 Bilder
Pro Prompt

Dream Lab zählt als Premium-KI-Tool und greift damit auf dein monatliches KI-Kontingent zu. Canva Free bekommt bis zu 20 Nutzungen von Standard- oder Premium-KI-Tools im Monat, die am 1. zurückgesetzt werden. Canva Pro bekommt bis zu 200 Premium-Nutzungen, Canva Business bis zu 400. Deinen Stand findest du unter Settings > Billing > AI usage. Meine drei Prompts haben drei meiner zwanzig kostenlosen Nutzungen verbraucht.

Jedes Bild trägt eine sichtbare KI-Kennzeichnung. Laut Canva gehören dir die Bilder, die du mit Dream Lab erstellst, solange du die Nutzungsbedingungen einhältst. Ob KI-Bilder urheberrechtlich geschützt werden können, hängt laut Canva vom Land ab.

Das Bäckerei-Poster: Jedes Wort richtig geschrieben

An Postern scheitern Bildmodelle gern, also habe ich dort angefangen:

A4 poster for a neighbourhood bakery called “Oven & Ember”. Headline “Sourdough Saturday”, subline “Every Saturday, 8–12”, address line “14 Kettle Lane”. Bold condensed display type, warm terracotta and cream palette, a hand-drawn loaf illustration, slight paper grain.

Alle vier Poster enthalten jede angeforderte Zeile, richtig geschrieben: Oven & Ember, Sourdough Saturday, Every Saturday, 8–12 und 14 Kettle Lane. Auch die vier Layouts unterscheiden sich deutlich voneinander: ein gewölbtes Siegel mit Produktleiste am unteren Rand, ein linksbündiges Editorial-Layout, ein zentriertes Emblem und eines mit diagonalem rotem Banner.

Was ich nie bestellt hatte, steht trotzdem drauf. Craft hat eigene Texte ergänzt: ein Siegel “Naturally leavened, 36 hr ferment”, eine Leiste mit “Country Boule, Seeded Rye, Morning Buns” samt Unterzeilen, eine Aufzählung mit “Country Batards, Seeded Rye, Warm Crusts From the Hearth” und eine Zeile über “Stone-milled flour, Long fermentation, Wood-fired crust”. Auch das ist alles korrekt geschrieben.

Für eine echte Bäckerei müsste dieser erfundene Text weg. Trotzdem ist das das erste Modell, bei dem ich auf einem Poster kein einziges falsch geschriebenes Wort gefunden habe. Beim Test von Qwen Image 2.1 war die Kleinschrift unzuverlässig. Hier saß jede Zeile.

Wie Umlaute und ß bei deutschem Text ankommen, habe ich nicht getestet, meine Prompts waren auf Englisch.

Vier Canva-Craft-Bäckereiposter für Oven & Ember, alle mit Sourdough Saturday, Every Saturday 8–12 und 14 Kettle Lane
Alle vier Poster, jede angeforderte Zeile richtig. Die Produktleisten und Siegel hat Craft selbst dazugesetzt.
Canva-Craft-Poster in der Nahaufnahme: Oven & Ember, Sourdough Saturday, Every Saturday 8–12, 14 Kettle Lane, dazu ein erfundenes 36-hr-Ferment-Siegel
Das erste Poster in voller Größe. Das 36-hr-Ferment-Siegel und die drei Produktzeilen standen nicht in meinem Prompt.

Das Porträt: Hier sieht Canva sich auf Platz eins

Canva sagt, bei Porträts schneide Craft am besten ab, also habe ich ein Porträt bestellt:

Editorial portrait of a woman in her sixties with silver locs and a mustard turtleneck, seated by a tall window, soft side light, neutral grey studio backdrop, shot on medium format, shallow depth of field.

Zurück kamen vier überzeugende Fotos. Der senffarbene Rollkragenpullover, das hohe Fenster mit weichem Seitenlicht und der graue Hintergrund sind auf allen vieren, und Hände, Ringe und Ohrringe sehen richtig aus. Drei haben ordentliche Locs. Auf dem ersten wirken sie eher wie lockere Twists.

Ein Bild hat die geringe Schärfentiefe und die Porträtvorgabe komplett ignoriert und die Frau klein in einen leeren Raum gesetzt, als Totale. Craft hat außerdem von sich aus Requisiten ergänzt: einen Stuhl, einen Beistelltisch mit Tasse und Buch, und auf einem Bild einen Blazer über dem Pullover.

In dieser Kategorie sieht Canva sich vorn, und bei diesem einen Prompt glaube ich das.

Vier Canva-Craft-Editorial-Porträts einer Frau in ihren Sechzigern mit silbernen Locs und senffarbenem Rollkragenpullover am Fenster
Vier Ergebnisse für einen Prompt. Beim letzten wurde aus dem Porträt eine Totale.

Der Wasserkessel: Ich wollte Leerraum, Craft schrieb eine Headline

Beim dritten Prompt wollte ich ein Produktfoto mit Platz für Text:

Studio product shot of a matte black ceramic pour-over kettle on a wet slate slab, a thin curl of steam, warm morning light from the left, dark moody background, space at the top for a headline.

Der Wasserkessel, der nasse Schiefer, der Dampf und das warme Seitenlicht sind alle da. Dazu hat Craft von selbst einen Dripper, eine Glaskaraffe, Kaffeebohnen und einen Messlöffel ergänzt. Und dann der Platz für die Headline. Drei der vier Bilder haben ihn mit einer Headline gefüllt, die Craft selbst geschrieben hat, “SLOW MORNINGS” oder “MORNING RITUAL”, mit einer kleinen Zeile darunter wie “Handcrafted Ceramic Pour-Over Kettle”. Nur eines hat den Platz leer gelassen.

Ich vermute, hier schlägt das Template-Training durch. Craft versteht “Platz für eine Headline” als “schreib eine Headline”. Wenn du leeren Raum willst, schreib das in den Prompt oder lösch den Text hinterher.

Canva-Craft-Produktfoto eines matt schwarzen Pour-over-Kessels auf nassem Schiefer mit erfundener Headline Slow Mornings
Der Platz, den ich für eine Headline freihalten wollte, ist mit einer Headline gefüllt, die ich nie geschrieben habe.
Vier Canva-Craft-Produktfotos eines Kessels, drei mit erfundenen Headlines, eines mit leerem Platz oben links
Drei von vier haben sich ihre eigene Headline geschrieben. Das vierte ließ den Platz leer.

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So plant Craft, bevor es malt

Craft arbeitet in zwei Stufen. Ein Planungsmodell liest deinen Prompt und schreibt einen Plan für die Komposition: welche Elemente vorkommen, wo sie sitzen, wie groß sie zueinander sind, die visuelle Hierarchie und jeden Text. Danach malt ein separates Rendering-Modell das Bild nach diesem Plan. Canva sagt, deshalb stimmten Layouts und Text, und deshalb ließen sich die Ergebnisse mit der Funktion Magic Layers gut in bearbeitbare Ebenen umwandeln.

Das Training setzt eher auf Design als auf Fotos. Canva sagt, man habe Millionen von Menschen gestaltete Vorlagen aus der eigenen Bibliothek genutzt (Poster, Social Posts, Präsentationen, Infografiken und Speisekarten), und danach mit Feedback der eigenen Designer feinabgestimmt, die mehr als 25.000 Bildpaare gegen Konkurrenzmodelle bewertet haben. Das passt zu dem, was ich gesehen habe: Die Poster und die erfundenen Headlines sehen beide nach Template-Gewohnheiten aus.

Zu den Rankings sagt Canva, Craft sei bei DesignArena, einer von der Community gespeisten Rangliste, als viertstärkstes Bildmodell insgesamt eingestiegen. Canva Research wäre damit das zweitstärkste Labor für Bildgenerierung. Nach Kategorie liegt Craft laut Canva bei Personen & Porträts (von 87 Modellen) und bei Landschaft & Natur (von 85) auf Platz eins, bei Abstrakt & Muster auf Platz zwei und bei Produkten auf Platz vier. TechCrunch berichtet, dass die drei Modelle davor alle von OpenAI stammen, der Familie, zu der auch GPT Image 2.5 gehört.

Zwei günstigere, schnellere Varianten, Craft-fast und Craft-ultrafast, sind angekündigt, ohne Termine oder Preise. Als Nächstes will Canva Kleinschrift und technische Zeichnungen verbessern. Für die Sicherheit sorgt Canva Shield, das sowohl Prompts als auch Ergebnisse moderiert.

Ein Dream-Lab-Prompt zählt als eine Nutzung und liefert vier Bilder.

Plan Monatliches KI-Kontingent (Premium-Tools)
Canva Free 20 Nutzungen
Canva Pro 200 Nutzungen
Canva Business 400 Nutzungen

Für Entwickler: Craft in der Canva API

Entwickler können Craft über Canvas API aufrufen, mit dem Modellwert craft_v1_2k auf POST /v1/image-generations, und das Ergebnis dann per GET /v1/image-generations/{jobId} abfragen. Ein Job dauert etwa 50 bis 60 Sekunden. Der Download-Link gilt 24 Stunden, alternativ lässt sich das Bild in den Uploads des Nutzers speichern.

Die API ist in der Preview, und jeder Job verbraucht das KI-Kontingent des Nutzers. Eigene API-Preise hat Canva nicht veröffentlicht. Craft auf Canvas MCP-Server ist als “bald verfügbar” gelistet, damit könnten KI-Assistenten wie ChatGPT und Claude später Craft-Bilder anfordern.

Lohnt sich das?

Wer in Canva Poster, Social Posts oder Flyer baut, sollte Craft ausprobieren. Der Text kommt richtig raus, und wenn Craft Text ergänzt, den du nicht wolltest, bearbeitest du ihn hinterher in Canva. Das ist eine kleine Fleißarbeit.

Wer ein sauberes Bild braucht, um selbst Text darauf zu setzen, sollte im Prompt ausdrücklich “no text” verlangen und das Ergebnis dann prüfen. Dasselbe gilt, wenn du mehr als 20 kostenlose Generierungen im Monat brauchst: Dann schau dich anderswo um oder nimm Pro. Ein guter Ausgangspunkt ist Higgsfield, und mein Vergleich von Canva und Fotor zeigt, was Canva sonst noch kann.

Wegen der Textgenauigkeit lohnt sich der Versuch. Wegen der erfundenen Texte solltest du jede Zeile lesen, bevor du etwas postest.

Häufig gestellte Fragen

Ist Canva Craft kostenlos?

Ja, du kannst Canva Craft mit einem kostenlosen Canva-Konto ausprobieren. Canva Free bekommt bis zu 20 Nutzungen von Standard- oder Premium-KI-Tools im Monat, die am 1. zurückgesetzt werden, und ein Dream-Lab-Prompt zählt als eine Nutzung und liefert vier Bilder. Pro bekommt bis zu 200 Premium-Nutzungen im Monat, Business bis zu 400. Meine drei Tests habe ich am 24. Oktober mit einem kostenlosen Konto gemacht.

Wie nutze ich Canva Craft?

Öffne Dream Lab, das KI-Bildtool auf Canvas Startseite, und beschreib das gewünschte Bild. Bei mir war das Modell fest auf Canva Craft-1 2K gestellt, und ich konnte zwischen sechs Seitenverhältnissen wählen. Jeder Prompt liefert vier Bilder und dauerte bei mir ein bis zwei Minuten. Deine verbleibenden KI-Nutzungen siehst du unter Settings > Billing > AI usage.

Warum schreibt Canva Craft Text, den ich nicht bestellt habe?

Canva hat Craft mit Millionen von Menschen gestalteten Vorlagen trainiert, und das Planungsmodell schreibt Text in den Kompositionsplan. In meinen Tests zeigte sich das als erfundene Siegel und Produktleisten auf Postern und als Headlines auf einem Produktfoto, bei dem ich Leerraum bestellt hatte. Wenn du ein sauberes Bild willst, sag das im Prompt oder lösch den Text hinterher.

Darf ich Canva-Craft-Bilder kommerziell nutzen?

Laut Canva gehören dir die Bilder, die du mit Dream Lab erstellst, solange du die Nutzungsbedingungen einhältst. Außerdem weist Canva darauf hin, dass es vom Land abhängt, ob KI-generierte Bilder urheberrechtlich geschützt werden können. Jedes erzeugte Bild trägt eine sichtbare KI-Kennzeichnung. Prüf Canvas Bedingungen für deinen konkreten Einsatz, bevor du Craft-Bilder in bezahlte Kundenarbeit übernimmst.

Gibt es eine Canva Craft API?

Ja. Craft ist über Canvas öffentliche API verfügbar, die sich in der Preview befindet. Nutze den Modellwert craft_v1_2k auf POST /v1/image-generations und frag den Job ab, bis er fertig ist, was etwa 50 bis 60 Sekunden dauert. Der Download-Link gilt 24 Stunden. Jeder Job verbraucht das KI-Kontingent des Nutzers, und eigene API-Preise hat Canva nicht veröffentlicht.

Kann Canva Craft deutschen Text mit Umlauten und ß?

Canva sagt, Craft rendere Text in 55 Sprachen. Meine drei Prompts waren aber auf Englisch, deshalb kann ich zu deutschem Text mit Umlauten und ß nichts sagen. Wenn du ein deutsches Poster erzeugst, lies vor dem Druck jede Zeile einzeln nach.

Quellen

  1. Introducing Canva Craft - Canva Newsroom, 22. Oktober 2026
  2. Connect API: Canva Craft is now available for image generation - Canva Developers Community, 22. Oktober 2026
  3. Understanding your AI usage - Canva Help Center
  4. Generate images with Dream Lab - Canva Help Center
  5. Canva releases its first image generation model - TechCrunch, 22. Oktober 2026

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